Vortrag und Diskussion

Monogame Mangel-Erscheinungen

Die Zweierbeziehungs-Norm und ihre Logik des Mangels

mit Gesa Mayer

Eine monogame Zweierbeziehung zu führen, ist in unserer Gesellschaft kaum hinterfragte Norm(alität) und heißbegehrtes Ideal in einem: Auch ohne Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft fordern Beziehungspartner*innen zumeist körperlich-sexuelle und/oder emotional-affektive Exklusivität voneinander – wenn schon kein Leben lang, dann doch bitte zumindest für die Dauer der jeweiligen Beziehung („serielle Monogamie“).

Der Vortrag richtet das Augenmerk auf einen Dreh- und Angelpunkt der Monogamie-Norm: Sie operiert mit einer Logik des Mangels, die maßgeblich auf dem romantischen,

(hetero-)normativen Ideal gegenseitiger Vervollständigung zweier Menschen basiert. Demnach stehen Begehrens- und Beziehungskonstellationen, welche die magische Zahl Zwei überschreiten, scheinbar zwangsläufig im Zusammenhang mit persönlichen Defiziten, Statusverlusten und einer Konkurrenz um begrenzte Ressourcen. Anhand exemplarischer Beispiele aus Ratgeberliteratur und Interviews mit monogam und polyamorös lebenden Menschen werden nicht nur konkrete Ausprägungen der mono-normativen Mangel-Logik beleuchtet, sondern auch, wie einfallsreich sie alltäglich unterlaufen und dekonstruiert wird.

Gesa Mayer ist Diplom-Soziologin und promoviert an der Universität Hamburg mit einer empirischen Studie zu monogamen und nichtmonogamen Beziehungsformen.

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