Vortrag

Was ist Intersexualität? – Eine Stunde der Aufklärung

Eine offene und lehrreiche Exploration durch die Grundlagen der Intersexualität

Vortrag von Diana Hartmann.

Weltweit werden Millionen intersexuelle Kinder geboren, die biologisch uneindeutige geschlechtliche Merkmale, in mehr oder weniger ausgeprägtem Maße, aufweisen. So viele, dass wir alle mehr als einmal im Leben intersexuellen Menschen begegnen. Eine ganz natürliche Angelegenheit? Sollte mensch meinen. Doch im Laufe der Geschichte wurden und werden Intersexuelle stets verfolgt, ausgegrenzt, pornografisiert, entrechtet oder in ihrer Existenz komplett verleugnet. Heute werden sie zwangsoperiert und sind aus allen gesellschaftlichen, politischen und juristischen Zusammenhängen ausgeschlossen.

  • Was ist Intersexualität? Eine Identität, ein Verhalten oder eine Präferenz?
  • Bedeutet die Intersexualität Störung oder Vielfalt der Anatomie? Spricht etwas gegen eine Vielfalt an Körpern, Geschlechtsidentitäten und Rollenverhalten?
  • Zurechtgeschnitten streng nach Maß – Was sind genitale Zwangsoperationen, wer entscheidet über das Geschlecht und was sind die Konsequenzen für die Betroffenen?
  • Welche Erfahrungen und Bedürfnisse haben Intersexe selbst und welche Schlussfolgerungen und Handlungsmöglichkeiten lassen sich daraus ableiten?
  • Welche Erfahrung haben und Verantwortung tragen wir als LGBT*-Community und Gesellschaft im Umgang mit angeborenen körperlichen Varianzen?
  • Können wir es als Gesellschaft und als Individuen schaffen, ein menschenwürdiges Dasein für Intersexuelle auf der Basis der Menschenrechte zu gewährleisten? Die Würde der Betroffenen unantastbar zu belassen, sie als lebende Menschen zu respektieren, und Intersexualität in unserer Community und gesellschaftlich zu enttabuisieren?


Solche und eigene Fragen sollen im Vortrag Raum finden.


Diana Hartmann wurde 1965 als Kind mit „uneindeutigen Genitalien“ geboren und wurde nach langen und schwierigen Auseinandersetzungen mit den Medizinern, Jugendamt und Vormundschaftsgericht, auf Wunsch ihrer Mutter weder „angleichend“ operiert noch hormontherapiert. Ihr wurde, ebenfalls auf Wusch ihrer Mutter, juristisch das weibliche Geschlecht zugewiesen (für die Außenwelt), während sie im familiären Rahmen zweigeschlechtlich erzogen wurde – da man nicht wusste, welches Geschlecht „später“ nach der Pubertät dominieren würde, und um ihr alle Möglichkeiten offen zu halten, falls ihr Körper sich „vereindeutigen“ sollte. Sie lebt seit ihrer Jugend offen lesbisch und seit ca. 5 Jahren offen als HermaphroditIn. Sie war früher im medizinischen Bereich und ist nun als FotografIn tätig. Sie engagiert sich mit Workshops und Vorträgen für die Aufklärung und Akzeptanz von Intersexualität.

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